Doctor Doom schlüpft in die Rolle des Iron Man und versucht seine dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ob das Gespann Bendis/Maleev in der Lage waren, diese vermeintlich absurde Idee gut zu inszenieren, oder ob der Schuss nach hinten losging, erklärt euch Captain Doom.

Deutscher Titel: Doctor Doom: Iron Man – Rollentausch
Umfang: Infamous Iron Man #1-6
Verlag Original: Marvel Comics
Verlag Deutschland: Panini Comics
Format: Softcover
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 21.11.2017
Autor(en): Brian Michael Bendis
Zeichner: Alex Maleev
Seiten: 140
Preis: 16,99 €
Leseprobe: MyComics
Bezug: Panini Comics

Des Comix Handlung:
Jahrelang war Dr. Doom ein grausamer Schurke und Tyrann. Jetzt scheint er geläutert und will als Held Gutes tun. Doch die Welt, die er mit seiner alten Magie und einer neuen Rüstung beschützen möchte, traut ihm nicht. Maria Hill schickt sogar Ben Grimm, der Doom oft genug bekämpfte, um die wahren Absichten des Mannes mit der eisernen Maske herauszufinden …
– Inhaltsangabe gemäß Panini Comics
Des Captains Eindruck:
Wer seinem Streben nach Macht über Jahrzehnte hinweg alles andere unterordnet und dabei auch über Leichen geht, der muss damit leben, dass man einen plötzlichen Sinneswandel eher skeptisch beäugt. Genau das muss in diesem Comic der Erzfeind der Fantastic Four, Doctor Doom, feststellen, als er sich dazu entschließt, die finsteren Tage hinter sich zu lassen und den Platz Tony Starks als Iron Man einzunehmen.
Brian Michael Bendis ist kein Autor für große Events mit vielen verschiedenen Charakteren. Er ist jedoch ein Autor, der es versteht, einzelnen Charakteren eine gute bis überragende Story auf den Leib zu schreiben. Zwar ist “Infamous Iron Man” kein Geniestreich, doch weiß es von Anfang bis Ende zu unterhalten und bietet eine glaubwürdige Argumentation für den Umstand, dass einer der größten Schurken der Erde plötzlich in die Fußstapfen eines der größten Helden treten möchte.
Die Idee an sich ist gut, wurde überzeugend umgesetzt und kann als Anknüpfung an den zweiten Civil War – im Gegensatz zu den Begebenheiten des Events selbst – überzeugen. Auch der Umstand, einen der ewigen Widersacher Dooms, Ben Grimm, von den Guardians of the Galaxy wegzuholen und ihn als Hommage an die alten Zeiten in diese Story zu integrieren ist ein schönes Gimmick, das auch zeigt, wie verzwickt die neue Situation für alle Beteiligten letztendlich doch ist.
Zu kritisieren gibt es bei diesem ersten Band am Ende nicht wirklich viel, bis auf die Tatsache, dass es etwas komisch wirkt, wenn einer der mächtigsten Magier überhaupt in einen Kampfanzug hüpft um die Welt zu retten. Doch ließe sich auch dieser etwas irritierende Punkt mit der ikonischen Wirkung des Iron Man-Suits begründen. Zeichnerisch umgesetzt wurde der Comic von Alex Maleev, der mit seinem rauen Stil vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen wird, zur Stimmung der Geschichte aber gut passt und die Intentionen Bendis’ gekonnt illustriert.
Des Captains Fazit
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Idee - 8/10
8/10
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Umsetzung - 8/10
8/10
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Illustration - 8/10
8/10
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Anspruch - 7/10
7/10
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Unterhaltungswert - 8/10
8/10
Kurzum
Doom als Iron Man kann von Anfang bis Ende überzeugen und birgt eine Menge Potenzial. Hoffentlich wird der zweite - und vermutlich letzte Band der Serie - den verdienten guten Abschluss bringen, denn dann lässt sich die Serie absolut als Pflichtlektüre verkaufen!